31.10.15

GROSSE TÖNE SPUKEN

Passend zum heutigen Tag wagte ich einen Ausflug in die Vergangenheit. In den späten 70er Jahren mieteten meine Eltern im Elsass dieses Haus, und zwar zu einem Spotpreis. Dazu gehörte ein riesiger Garten mit verschiedenen Obstbäumen, ein kleiner Brunnen und eine Jagdhütte mit gewaltigem Kamin. Wir verbrachten dort unsere Wochenenden und feierten in der Hütte legendäre Feste. Das Rätsel, warum dieses Anwesen so billig zu haben war, wurde schnell gelöst.

Es spukte.

Meine Mutter wachte eines nachts auf (sie hatte stets einen sehr leichten Schlaf) und hörte hinter sich den Boden knarzen, als ob jemand durchs Zimmer liefe. Dann stieß etwas gegen ihr Bett und fiel auf sie drauf. Meine Mutter fing an zu Schreien, stellte dann aber fest, dass sich außer ihr niemand im Zimmer befand.

Mein Vater erlebte etwas Ähnliches. Auch er lag im Bett und bemerkte am Fußende eine kleine weisse Gestalt. Zuerst dachte er, dass ich es sei (ich war damals 5 oder 6), der versucht, zu ihm rauf zu krabbeln. Dann aber wuchs die Gestalt, wurde größer und größer, bis sie fast das ganze Zimmer ausfüllte. Auch er fing an zu schreien und die Gestalt verschwand.

Mein Erlebnis, das mir am deutlichsten in Erinnerung blieb, war, dass ich im dunklen Flur einem alten bärtigen Mann begegnete, dem die Beine fehlten. Er rief mich beim Namen und ich lief so schnell ich konnte zu meinen Eltern.

Im Dorf, wo das Haus steht, ist es bekannt als Spukort. Der Erbauer ließ es für seine Familie errichten, starb aber während den Bauarbeiten. Er trug einen Bart.

Ein sehr schönes abschließendes Detail ist, dass das Anwesen die Hausnummer 13 besitzt.

Ich glaube nicht an Übersinnliches, schon gar nicht an Geister. Und doch war ich lange davon überzeugt, dass es dort wahrhaftig spukt – immerhin habe ich ja eine ziemlich klare Erinnerung daran. Aber je länger ich mich damit befasst habe, desto klarer wurde mir, dass ich und wahrscheinlich auch meine Eltern sich das Ganze einfach zusammen gesponnen haben. Nichts lässt sich nämlich so leicht austricksen wie unser Gehirn.

Als ich wieder vor dem Haus stand (in dem niemand zu leben scheint), fiel mir auf, dass darüber Starkstromleitungen führen. Auch kann es gut sein, dass sich darunter Magnetfelder befinden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich unser Bewusstsein von solchen Dingen stark beeinflussen lässt und unser Verstand einem dann unerklärliche Dinge vorgauckeln kann. Interessant ist, dass gerade an Orten, wo es vermeintlich spukt, häufig Stromleitungen und Magnetfelder existieren.

Auch unsere Erinnerungen werden stark von äußeren Einflüssen geprägt. Man gestaltet sich die Vergangenheit öfters so, wie sie einem gefällt oder wie man sie benötigt (im Negativen wie im Positiven). Es gibt noch zig andere Dinge, die auf unser Hirn einwirken, und so ist das Einzige, was ich konkret zu meiner Geschichte sagen kann, dass ich nicht weiß, was da genau vorgefallen ist. Alles andere wäre wilde Spekulation oder gar Wunschdenken. 

Außerdem, wenn ich ein Geist wäre, würde ich doch schnurstrakts zu Wissenschaftlern schweben, um das untersuchen zu lassen. Garantiert würde ich nicht in irgendein altes Gemäuer rein, um alte Leute zu erschrecken (gut, am Anfang würde ich es spaßeshalber doch einmal probieren. Aber dann sicher nicht bei alten Leuten, sondern ihr könnt euch ja denken wo).

Wie auch immer, für eine gute Geschichte während des verfluchten Halloween taugt das Haus im Elsass allemal.

29.10.15

BLITZVISITE IM ZOO BASEL

War mit meinem Jüngsten für einen Sprung im Zoo. Während seinen Turnübungen am Klettergerüst hatte ich ein paar Minütchen, um dem schnellen Strich zu fröhnen. Solche Fingerübungen fördern bei mir vor Allem das Weglassen, weil ich mich allzu gerne in Details verliere.


28.10.15

Meine Spielsachen für draussen



Wenn schon keine Skizze, dann wenigstens das Material. Danke an dieser Stelle Boris, fürs ankicken dieser Geräteschaft-Nabelschau!

1. Meine beiden momentan meistgebrauchten Skizzenbücher. Das Grössere hab ich aus dem Brocki und hat liniertes Papier. Das Kleinere ist ein Occasions-Moleskine.

2. ein ultraleichtes Miniklappstühlchen, erstaunlich bequem und mit Rückenlehne.

3. Jahreszeiten bedingte Prophylaxe gegen kalte Chlööpen.

4. kleiner Schmincke-kasten – aber zum aquarellieren (als Gümmelchen eignet sich übrigens ein quer durchschnittener Veloschlauchstreifen, der ist fast unkaputtbar und hält ewig)

5. zwei Pinsel, davon einer ein abgesägter Kalligraphiepinsel

6. Caran d'Ache Temperafarben (den grossen Kasten habe ich auch, aber war grad nicht im Atelier)

7. Alukiste «Markill» mit diversen Stiften, Nib-Pens, Bleistiften in diversen Härten und Dicken, Radiergummi, Spitzer, Graphit-Aquarellstiften von Faber Castell

8. alte PET-Flasche für den Wassertransport

9. Mallumpen

10. faltbarer Wasserbehälter

11. heisser Tee immer ungezuckert und meistens ein Kräutergemisch

Nicht auf dem Bild sind weitere, meist flache Pinsel für die Temperafarben.

Dann bin ich mal gespannt, wie es weitergeht mit der Geräteschau.


27.10.15

Auf der Straße in Barcelona


Die meisten glauben die Perspektive sei das wichtigste an einem Bild. Das ist es aber nicht! Es ist das pralle Leben was die urbanen Bilder strahlen lässt. An diesem Tag war ich bitter enttäuscht und hatte erst mal keinen Blick für das bunte Treiben. Nach und nach in der goldenen Nachmittagssonne wurde mir klar wie schön mein Leben ist. Bilder ohne Leben sind öde! Langsam wurde der Tag zu einer schönen Erinnerung. Auf der Straße eine wilde Mode-Mischung vom Hoodies bis zum Jacky Kennedy Mantel alles vertreten. Allgegenwärtig die vielen Taxis. Es ist doch verrückt, dass man Schönheit nur sieht, wenn man es zulässt.
Wie das Bild langsam lebendig wird sieht man auf meinem Blog:http://www.herz-der-kunst.ch/ Dort zeige ich wie wichtig es ist das Leben ins Bild zu holen.

25.10.15

Kannenfeldstrasse

A pity I couldn't join everyone in Bremgarten yesterday but even a short weekly post is being a challenge these days...

25.10.15

Sketch Crawl Mittelaltermarkt Bremgarten

Der Mittelaltermarkt im Bremgarten hat für die Besuchern ein bisschen das damalige Leben aufleben lassen. Wir als Urban Sketchers waren natürlich voll angepasst: ohne Kamera aber mit Skizzenbuch + Bleistift. Wie damals.
Es war sehr toll, diese ungewöhnliche Welt zusammen aufzunehmen - schade nur, dass wir fast die ganze Zeit getrennt skizziert haben. Aber mit so vielen Leuten im Markt war es fast unmöglich, Ruhe und etwas Platz zu kriegen!





 



25.10.15

Post von Kuno Strassmann

Hier die Skizzen von Kuno Strassmann - danke fürs Teilen! ;-)




25.10.15

Post von Susanne Brem

So hier die Fotos von Susanne Brem vom Sketch Crawl im Bremgarten.
Danke Susanne für die tollen Fotos! ;-)








25.10.15

KURZ GEPARKT

Nach der gestrigen Schwermütigkeit folgt heute wieder Lebendigkeit. Das Steinbühlmätteli liegt nur einen Radiergummiwurf von uns entfernt und lockt mit zig Spielmöglichkeiten große wie kleine Kinder an. An schönen Tagen wird's aber doch etwas voll, da stapeln sich manchmal die Spielhungrigen schichtenweise. Heute war es verhältnismäßig ruhig, was wohl an der Herbstmesse lag, die gestern mit dem Martinsglöcklein ihren Beginn feierte.

Als ich fast fertig war, tauchte auch noch Javier auf, der ja auch gleich um die Ecke wohnt. Er war aber leider nicht zum Zeichnen da, sondern feierte Kindergeburtstag. Nochmals liebe Grüsse an dieser Stelle!

25.10.15

Sketchcrawl Bremgarten: Altstadt-Mittelalter-Markt

Schön war's, auch das Wetter hat brav mitgespielt. So lässt es sich auch im Herbst angenehm draussen Zeichnen. Ich habe mich sehr gefreut, ein paar neue Sketcher kennenzulernen.


längere Skizze oben in der Altstadt, das Restaurant Stadtkeller hatte an schönster Lage ein Bartischchen postiert. Ich habe das Geschenk als Stativ gerne angenommen.


Skizzen zum Aufwärmen und zum Abgewöhnen im neuen Fabriano-Skizzenbuch, dass ich mir im Sommer in Florenz gekauft hatte, in erster Linie haben mich die seltsam historisch gewandeten Schausteller fasziniert...



ein paar Snapshots der Gruppe


25.10.15

SketchCrawl in Bremgarten "Mittelaltermarkt"

Die ganze Altstadt von Bremgarten war ein Potpourrie für alle Sinne. Ganz besonders für die Augen, gab es doch an jeder Ecke was neues zu entdecken, das gezeichnet werden wollte.
Die Waschweiber
Gasse mit Marktstand

Der Schmid


24.10.15

Sketchcrawl in Habkern

Ein spontaner Wander-Sketchcrawl zwischen Habkern und Harder:

Wir begannen vor einem Musikgeschäft, wo drei Männer Alphörner ausprobierten und kommentierten.
 

Der erste sonnige Platz beim Aufstieg

und kunstvolle Baumfällerarbeit zuoberst beim Gratweg.

24.10.15

FAST AM ENDE

Ich bin nicht zufrieden mit meinem Ausflug in den Friedhof Hörnli. In der Vorstellung hatte ich ein ganz anderes Bild, das ich malen wollte. Aber manchmal geht's eben nicht. Ich ärgere mich dann maßlos, zerreisse halbe Skizzenblöcke und schimpfe, was das Zeug hält. Meistens zwing ich mich danach, es trotzdem noch einmal zu versuchen, um wenigstens irgendwas gepinselt zu kriegen. Schliesslich wurd's zwar nicht das, was ich wollte, aber wenigstens mehr als nix. Und das zählt am Ende! So gesehen passte die Örtlichkeit dann doch ganz gut zum Ganzen.

24.10.15

"Sketchcrawl" in Baden



Auf dem Weg zum Sketchcrawl in Bremgarten fuhr mir der Anschlussbus in Baden vor der Nase weg. der nächste Bus war unauffindbar (mediterrane Verhältnisse der ÖV).
So blieb ich in Baden, machte eine Pause in einem Cafe auf dem Markt und noch eine beim Herunterblicken auf die Altstadt und die Brücken.
Ich habe mich auf Bremgarten gefreut und freue mich weiter auf das nächste Mal.

24.10.15

Auslaufmaterial zum 2.

1. natürlich ein paar Skizzenbücher
2. Tarnkappe (saisonal)
3. Tarnbrille (fast immer)
4. Isomätteli (damits warm und trocken bleibt)
5. Spitzer und Gummi (ja ich gebs zu, ich radiere sehr viel)
6. Aquarellkästchen (könnte mal ein neues gebrauchen)
7. Ein Handwerkergurt gefüllt mit Filzstiften, Farbstiften, Tuschepinsel, Wassertankpinsel, Bleistift, Kugi … 
8. Immer ein bisschen Kleingeld (für einen Kaffee zum Aufwärmen oder fürs Ticket nach Hause)
9. Ein Notprofiant (meist klein doch oft Retter in der Not)
10. Taschentücher


24.10.15

Tage in Berlin

Bin heute leider nicht am Sketch Crawl, dafür habe ich kurz Zeit, um wieder mal was zu posten.
Ich war an fünf tollen grauen Tagen in Berlin für einen Workshop, und hatte Zeit zum zeichnen.

In Cafés und Bars:

 

Im ethnologischen Museum:






Und draussen an der Spree mit Blick auf die Museumsinsel:





23.10.15

AUSLAUFMATERIAL

Um im Freien kreative Gipfel zu erklimmen, braucht es die richtige Ausrüstung. Meine setzt sich wie folgt zusammen:

1.) Thermoskanne (Mit heissem Tee gefüllt, vorzugsweise grüner und stark (!) gezuckert)

2.) Verpflegung (Gesund bis sündig, Hauptsache es schmeckt)

3.) Wasser (Ist klar, malen geht ja nicht ohne)

4.) Mobiles Büro und Unterhaltung (Ich höre fast nie Musik – außer im Zug. Bei mir sorgt teerschwarze Comedy für Abwechslung)

5.) Handschuhe (Saisonal)

6.) Sitzgelegenheiten (Zwei, wahlweise um Material bequem auf Schenkelhöhe zu positionieren oder einer neuen Bekanntschaft einen Platz anzubieten)

7.) Putziges Aquarell-Kästchen

8.) Ein etwas zu mächtiger Gouache-Kasten

9.) Becher aus Kunststoff (Kann man herrlich flach ploppen)

10.) Nastücher (Entweder um Pinsel zu trocknen oder um Tränen der Enttäuschung wegzuwischen, falls ein Bild in die Hose geht)

11.) Metall-Kästchen mit Gümmelchen (Für Stifte, Spitzer, Radiergummi und Pinsel)

12.) 2 Bleistifte (HB & 2B), eine Feder mit schwarzer Tinte, ein Inkstift (XS), ein Radierstift und ein Spitzer

13.) 4 Pinsel (2 spitze und 2 flache)

14.) Ein Skizzenbuch (Das ist immer dabei, mein kreatives Gedächtnis)

15.) 2 Aquarell-Blöcke (Grob gekörnt)

So, wär interessant, wie euer mobiles Atelier aussieht. Zeigt mal her!

21.10.15

LEUTE VON HEUTE

Ich vertrieb mir die Zeit vor einem Termin beim Hersteller der weltbesten Crèmeschnitten in Basel (waren aber leider noch nicht fertig). So hab ich mich halt sattgezeichnet. Dabei habe ich die Kunden dort überspitzt dargestellt und weniger realistisch. So ein gekritzeltes Casting ist immer wieder mal von Nutzen.

20.10.15

KAFFEEKLATSCH

Wer Lust auf Kaffee und Kuchen nach altem Faible hat, dem sei das Café Schiesser sehr empfohlen. Dort huscht die Bedienung noch in schwarzem Rock (brav eine handbreit übers Knie gezogen – wobei ich sooo genau auch nicht geguckt habe) und weisser Schürze herum; nur leider ohne antiquirtem Charme (wobei das die Stimmung nur unmerklich stört). Direkt am Marktplatz gelegen kann man von der ersten Etage im "Tea-Room" in mondäner Manier auf das Geschehen draußen hinabblicken. Das Klientel bewegt sich generationsübergreifend von gerade erblüht bis verwelkt und vom einfachen Arbeiter bis zur Noblesse aus aller Welt. Der ideale Ort, um mal wieder drei Gänge zurückzuschalten.

19.10.15

Southern Spain

I admire the motivation and productivity of my fellow sketchers during their holidays. I enjoy sketching but somehow always find the way to postpone it. This is pretty much what I managed to squeeze in during our stay in southern Spain. By the way, it's great to find so many excellent sketches on the blog these days. I wish I could find the words to comment on each one of them...